K & D . Tosca . Peace Orchestra . Stereotyp . DJ DSL . URBS . Rodney Hunter
 
RELAX!  
06/05/2005 - profil
Tosca alias Richard Dorfmeister und Rupert Huber führen mit "J.A.C" den Vienna Sound zu neuer Blüte.
(S. Ho)

Dunkles Holz, schwarzes Leder, teure Weine im Regal – man kann nicht behaupten, dass Richard Dorfmeister und Rupert Huber ihr neues Album in einem hundsgemeinen Hobbykellerstudio aufgenommen hätten. Hier war ein begabter Inneneinrichter am Werk : Alles ist stilecht. Ganz ähnlich die Musik, von der die beiden Großmeister des Vienna Sound berichten, lässig in große Fauteuils gefläzt. „j.a.c“, das fünfte Album ihres gemeinsamen Downtempo-Projekts Tosca, schwelgt geradezu in Stil und Ambition, huldigt leicht-luftigen Grooves, schweißlosem Funk und endlos verhallenden Echos.

Grundtendenz: entspannte Lässigkeit. Klingt bekannt? „j.a.c“ (benannt nach den Initialen von Joshua, Arthur und Conrad, den Söhnen der beiden stolzen Jungväter) schließt nahtlos an jenen Sound an, der Wien im vorigen Jahrzehnt für kurze Zeit zu einer musikalischen Welthauptstadt werden ließ. Doch die Zeiten ändern sich, und Richard Dorfmeister weiß das auch: „Es ist eigentlich Musik, die momentan nicht wirklich angesagt ist. Das kann man jetzt gern haben oder nicht, und natürlich kann man sagen: Wieder so ein typisches Wiener Album. Aber wir denken beim Produzieren nicht in Genres, und wenn wir beide uns treffen, kommt eben diese Art von Sound heraus.“

Fast drei Jahre hat die Produktion des Albums in Anspruch genommen - mit mal mehr, mal weniger intensiven Arbeitsphasen; schließlich sind beide mit Nebenjobs und Familienpflichten reichlich versorgt. Dementsprechend ausgefeilt kommt das Produkt daher. Im Gegensatz zu all den Dowtempo-Schnellschüssen, die bis heute die einschlägigen Plattenregale überfluten und für berechtigte Abneigung sorgen, wirkt „j.a.c“ perfektioniert und ausgewogen bis ins kleinste Detail. Vielleicht auch ein wenig zu ausgewogen – große, mitreißende Popmomente findet man hier eher nicht. Aber auch das System, wie Dorfmeister gern zugibt: „ Wir finden ja gerade diese Gratwanderung so spannend zwischen „ Jetzt schlaf ich bald ein“ und „ Aber es ist trotzdem irgendwo noch spannend.“ „ Nicht umsonst heißt ein Stück auf „j.a.c“ ganz einfach „ The Big Sleep“.

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