K & D . Tosca . Peace Orchestra . Stereotyp . DJ DSL . URBS . Rodney Hunter
 
TOSCA . »SUZUKI IN DUB«  
12/08/2000 - popxl.de 12/08/2000
Von Burkhard Welz

Für alle Hobby-Dubber und Kruder-&-Dorfmeister-Liebhaber hier ein weiteres Highlight aus der gemächlichen Mocca-Metropole. Komplizen des umtriebigen Richard Dorfmeister und seines Tosca-Partners Rupert Huber lassen unter dem Auftrag »Dub-Remix« noch einmal ihr ganzes Können aufblitzen.

In Wien wird weiterhin gedubbed, bis der Café mit Schlag in seinem Porzellan-Tässchen gerinnt. Auch wenn wir auf das Debüt der beiden DJ-Kollegen Peter Kruder und Richard Dorfmeister wahrscheinlich bis zum nächsten Jahrtausend-Wechsel warten müssen, gibt es immer wieder erfreuliche Neuigkeiten aus der florierenden Dub-Szene.

Begierig hatten wir »Suzuki« von Rupert Huber und eben jenem Dorfmeister aufgesogen und auch Peter Kruders Soloprojekt Peace Orchestra überaus wohlwollend zu Kenntnis genommen, da kommen die neuen »Suzuki«-Exerzitien gerade recht.

Auch im Dub gibt es noch viele unerforschte Nuancen, verwegene Spielarten, aber auch Sackgassen (Guten Morgen, Thievery Corporation, Anschluss verpasst?). So nachzuhören auf den ze(h)n Remixen des, soll ich sagen: Tosca-Klassikers?

Der Kölner Alleskönner Bernd Friedemann aka Burnt Friedman aka Nonplace Urban Field aka Flanger beginnt den fröhlichen Reigen hochklassiger Mixkultur mit seiner unkonventionellen Variation des »Suzuki«-Titeltracks. Was folgt sind u. a. zwei Beispiele von »Annanas«, im Dub der Cosmic Rockers und von Uko, die in die Rubrik »unauffällig« gehören.

Auffällig ist dagegen die Frequentierung von »Busenfreund«, das gleich viermal unter Remixer-Fittiche gerät. Zynische Menschen würden behaupten, dass dies ja kein Wunder sei, da nur Männer ihre Finger im Spiel hatten. Wie auch immer, die Wiener dZihan & Kamien machen aus »Busenfreund« einen pulsierenden Dub-Bossa, dagegen widmen sich die Eidgenossen Walkner.Möstl eher der verwegenen Spielart im Busenfetisch-Mix (sic!). Philippe Lussan fabriziert aus dem gleichen Stück einen 4-to-the-Floor Stomper, während die Briten Baby Mammoth wie so oft mit spielerischer Leichtigkeit sphärische Flächen verarbeiten. Lieblingsstück!

»Boss On The Boat« erfährt durch die Deadbeats eine kleine HipHop Lektion, natürlich unter dem Aspekt des Dub-Remixes. Sehr tanzbar. Groove Corporation widmen sich dem Oldschool-Dub und machen aus »Annanas« ein Stück Massive-Attack-Geschichte, anno »Protection«.

Da soll noch mal jemand sagen, die Möglichkeiten der Dub-Interpretation seien längst ausgeschöpft. Hier wird man eines Besseren belehrt — mit Ergebnissen zwischen »zufriedenstellend« und »hervorragend«.

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