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SUBCODE MESSAGES STATT FLECKERLTEPPICH  
04/26/2004 - Jazzzeit 04/2004
Nach unzähligen Jahren des Produzierens und aktiven Mitmischens in der Wiener Elektronikszene lässt uns der sympatische G-Stone Family Man Rodney Hunter nun endlich in seinen ganz persönlichen Musikfolder schauen.
Andreas Gstettner

Nach unzähligen Jahren des Produzierens und aktiven Mitmischens in der Wiener Elektronikszene lässt uns der sympatische G-Stone Famlily Man Rodney Hunter nun endlich in seinen ganz persönlichen Musikfolder schauen. Mit 'Hunter Files' legt der mittlerweile nach Berlin verzogene Funk- und Souladdict sein lang erwartetes Debutalbum vor und tanzt mit dem Opener 'Electric Lady' auf federleichten Beats und spannt dabei jazzige Harmoniebögen.

WIEN, WIEN, NUR DU ALLEIN'...
"Es war wohl eine harte Entscheidung nach Berlin zu gehen", meint Rodney nachdenklich am anderen Ende der Telefonleitung „Daher habe ich mir gedacht, dass, wenn ich schon weggehe, dann in eine Stadt, in der ich ein paar Freunde habe." Freunde und soziale Kontakte sind neben der Musik das Wichtigste für Rodney Hunter. Interessanter Weise ist der Umzug nach Berlin genau genommen eine Rückkehr zu den Wurzeln, ist doch Rodney ursprünglich in Deutschland auf die Welt gekommen, bevor es ihn in die USA verschlug. Mit 13 Jahren landete er dann schließlich in Wien, in jener Stadt, deren musikalische Szene er maßgeblich beeinflussen sollte.

Gemeinsam mit Sugar B, DJ DSL, Richard Dorfmeister oder auch Schulkollegen und Nachbar Peter Kruder entwickelte man einen neuartigen elektronischen Sound. den man heute unter dem Label G-Stone subsumiert findet. Rodney erinnert sich gerne an die damaligen Anfänge: „Wir hatten Glück, denn einerseits hatten wir schon ein gutes Händchen fürs Trackproduzieren und andererseits gab's damals kein MTV und keine spezialen Musiksendungen, also es war noch kein Style vordefiniert. Wir hatten also null Input und mussten sehr erfinderisch und innovativ sein."
In weiterer Folge spielte Rodney Hunter Bass bei der Hip Hop Formation The Moreaus, gründete mit Werner Geier das Label Uptight und arbeitete mit der international erfolgreichen Band Aphrodelics, ohne dabei ein einziges Mal an eine Solokarriere zu denken.

MUSIKALISCHE FETZEN VS. SONGWRITING
„Eines Tages bin ich mit dem Peter [Kruder, Anm. Red] essen gegangen, und er hat gemeint: 'Du machst schon so lange Musik, warum machst du eigentlich nicht mal deine eigene Platte?', und wie er das gesagt hat, war es für mich plötzlich auch das Naheliegendste auf der Welt." So hat Rodney angefangen, den digital verstaubten Folder 'Hunter Files' auf seinem Computer zu öffnen, in dem verschiedenste Song und Trackskizzen schlummerten, die sich im Laufe der letzten Jahre angesammelt hatten, für die es jedoch „keinen genauen Verwendungszweck" gab, wie Rodney selber meint. Nach einem Jahr konzeptueller Überlegungen stellte Rodney drei Tracks fertig und holte sich verschiedene Gastmusiker sowie Sänger/innen ins Studio. Mit dabei unter anderem Richard Dorfmeister, Orieta Pires, Hubert Tubbs und Ken Cesar.

Basierend auf der Hip Hop Werkzeugkiste, hauptsächlich bestehend aus Soul- und Funkelementen, entstanden 13 Nummern, die sich mit ihren groovigen, weichen, und eingängigen Melodien zwischen Sangformat und Trackstruktur bewegen. Dass 'Hunter Files' kein DJ Food Album geworden ist, hängt nicht zuletzt mit der Entwicklung zusammen, durch die die gesamte G-Stone Familie im letzten Jahrzehnt gegangen ist: „Wir haben alle jahrelang mit kleinen Fetzen herumgearbeitet und jetzt ist halt jedem schon ein bisschen fad geworden damit. Also versucht man dann, einen Schritt weiter zu gehen. Sowohl Stereotyp als auch ich entwickelten Singer/Songwriter Strukturen, Peter Kruder hingegen geht in eine ganz entgegengesetzte Richtung und lässt die Vocals ganz weg. Und Richard Dorfmeister wiederum vertritt die Dub und Futzelelementrichtung, wenn man das überhaupt so nennen kann (lacht)".

RODNEYS SUBCODE MESSAGES
Wie ein langer, pulsierender Fluss suchen sich die famosen Tracks von Rodney den Weg über das Ohr direkt in die Magengrube und weiter in die Beine, die fortan nicht mehr still halten wollen. Und wenn man genau hinhört, lassen sich sogar Zitate ausmachen, gesamplete Referenzen, die einem die ganz persönliche Musikwelt von Rodney Hunter eröffnen. „Ich bin ja ein Verfechter der subcode massages," erklärt Rodney belustigt, „also dieser versteckten, musikalischen Infos. Entweder man hört sich den Track einfach nur so an, oder man erkennt ein altes Sample, wenn man genau hinhört und denkt sich: 'Lustig, dass da ein Sample von Sly and The Family Stone vorkommt, warum hat er das wohl gemacht?' Ich finde so etwas sehr wichtig in meiner Musik." Vielleicht schafft man es ja, alle mitgeschickten, musikalischen Messages zu entschlüsseln. Ein grundlegender Subcode ist jedoch schon von der ersten Minute klar: Das hier ist heißer Groove für coole Stunden.

created: 05/15/2004 by webmaster

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